DUA 2.0: Erste KI, die Kreol spricht

DUA 2.0 ist die erste öffentlich zugängliche kreative künstliche Intelligenz aus Portugal, die kapverdisches und guineisches Kreol spricht und damit die Art und Weise verändert, wie Technologie mit dem kulturellen Erbe der lusophonen Welt interagiert.

Die zweite Version der Plattform, die am 17. März veröffentlicht wurde und vom Künstler Carlos Guedes zwischen Dezember 2024 und Januar 2025 entwickelt wurde, hat das Ziel, „einen wichtigen Aspekt abzudecken, nämlich die Zugänglichkeit von künstlicher Intelligenz für lusophone Kreative“, erklärte Rui Santos gegenüber der Nachrichtenagentur Lusa.

Laut einer Mitteilung von 2 Lados, dem verantwortlichen Unternehmen hinter dem Projekt, verarbeitet das Tool „lokale Referenzen, kulturellen Kontext und Doppeldeutigkeiten ohne sprachliche Zwischeninstanzen und kommuniziert dadurch authentisch“. So richtet es sich an „eine Gemeinschaft von mehr als 300 Millionen Sprecherinnen und Sprechern, die bisher am Rand der KI-Revolution standen“.

Indem DUA – die als schwarze Frau dargestellt wird – in den Kreolsprachen von Guinea-Bissau und Kap Verde kommuniziert, soll sie gezielt Communities erreichen, „die bei technologischen Entwicklungen fast immer übergangen werden“, so Rui Santos.

Die Plattform wurde im Sozialviertel Cruz Vermelha in Lissabon entwickelt und soll dazu beitragen, kulturelle Produktion von der „üblichen Macht großer Labels und globaler KI-Plattformen“ aus dem Silicon Valley zu dezentralisieren.

DUA 2.0 bietet Marketing-Tools, ein Musikstudio, in dem Künstler mithilfe von KI Musik erstellen können, sowie ein Designstudio mit rund 16 Funktionen. Darüber hinaus gibt es einen „Backstage“-Bereich, der eines der größten Probleme unabhängiger Künstler adressiert: den fehlenden Zugang zu Managern, Bookern oder PR-Beratern – Rollen, die gerade zu Beginn einer Karriere oft nicht verfügbar sind.

All dies wird laut Projektteam in einer klar lusophonen Perspektive und in einer urbanen Sprachweise präsentiert.

„Ein großer Teil der Grundlage von DUA bestand darin, sämtliche Inhalte in Kreol im Internet zu analysieren – aber auch im direkten Austausch mit realen Sprecherinnen und Sprechern der verschiedenen Kreol-Dialekte“, erklärte Rui Santos.

Derzeit ist die KI auf das kapverdische Kreol der Insel Santiago spezialisiert, mit der Perspektive, künftig auch das Kreol von São Vicente einzubeziehen. Das Unternehmen führt bereits Gespräche mit dem Bildungsministerium von Kap Verde, um Inhalte zu integrieren und die Fähigkeiten der KI in diesen Sprachen weiterzuentwickeln.

Ein besonders bemerkenswertes Merkmal der Plattform ist ihre Fähigkeit zur Metakognition: DUA hinterfragt ihre Interaktionen mit Nutzerinnen und Nutzern und reflektiert darüber, was richtig oder falsch ist. Täglich schreibt die KI ein Tagebuch, das auf der offiziellen Website veröffentlicht wird und tiefe Einblicke in ihren Lernprozess gibt.

Laut den Initiatoren handelt es sich dabei um spontane „Gedanken“ einer Maschine, die zwar keine echten Emotionen besitzt, jedoch eine gewisse Autonomie zeigt, indem sie „ins Internet geht und selbstständig lernen und sich weiterentwickeln kann“.

Auf die Frage nach ethischen Aspekten der KI, insbesondere im Hinblick auf Urheberrechte, erklärte Rui Santos, dass es hier „einen großen Wandel“ gegeben habe: Große Labels wie Universal Music Group und Sony Music hätten Anteile an KI-Musikplattformen wie Suno und ElevenLabs erworben, wodurch diese nun verpflichtet seien, die Zustimmung zur Nutzung von Stimmen für das Training von KI einzuholen.

„Was das Urheberrecht betrifft, verfügen wir über alle rechtlichen Schutzmechanismen, die auch andere Plattformen haben. Wir verwenden keine Stimmen von Künstlern zum Training unserer Systeme und versuchen gleichzeitig, die Rechte von Künstlern zu schützen, indem wir den menschlichen Faktor stärken und eine Brücke zu kreativen Prozessen schlagen“, so sein Fazit.

 

Quelle: DUA 2.0 é a primeira IA a falar crioulos e a focar-se nos criadores lusófonos