Kap Verde und UNO unterzeichnen 17-Millionen-Plan

Die Vereinten Nationen in Kap Verde werden ihre Zusammenarbeit mit den kapverdischen Behörden im Jahr 2026 durch einen gemeinsamen Plan im Umfang von rund 17 Millionen Euro verstärken. Der Schwerpunkt liegt auf digitaler Transformation, der blauen Wirtschaft und der Stärkung der lokalen Entwicklung.

„Das Jahr 2026 ist das vorletzte Jahr dieses Kooperationszyklus zwischen den Vereinten Nationen und Kap Verde. Es ist ein Jahr, um zu integrieren, zu beschleunigen und zu transformieren. Wir haben drei Bereiche, die als zentrale Beschleuniger wirken: die digitale Transformation, die blaue Wirtschaft und die lokale Entwicklung“, erklärte die Resident Coordinator der Vereinten Nationen, Patrícia Portela de Souza, in der Stadt Praia während der Jahrestagung, bei der auch der gemeinsame Arbeitsplan unterzeichnet wurde.

Nach ihren Angaben soll die digitale Transformation dazu beitragen, öffentliche Systeme zu modernisieren, wichtige Dienstleistungen zu digitalisieren und die technologischen Kompetenzen von Menschen und Institutionen zu stärken. Gleichzeitig steht sie im Einklang mit den Zielen für nachhaltige Entwicklung (SDGs).

Im Bereich der blauen Wirtschaft, die als wichtiger Wachstumsmotor für das Land gilt, sieht der Plan Investitionen unter anderem in nachhaltige Fischerei, die Aufwertung maritimer Wertschöpfungsketten und die Unterstützung von Unternehmerinnen und Unternehmern im maritimen Sektor vor. Gleichzeitig werden Herausforderungen berücksichtigt, die durch den Druck auf natürliche Ressourcen und die Anfälligkeit des Landes gegenüber dem Klimawandel entstehen.

Im Bereich der lokalen Entwicklung sollen Initiativen gestärkt werden, die soziale Inklusion und den Zugang zu Dienstleistungen auf allen Inseln fördern. Besondere Aufmerksamkeit gilt dabei Frauen, Jugendlichen, Kindern, älteren Menschen und Menschen mit Behinderungen.

Der Plan umfasst außerdem Unterstützung für landwirtschaftliche Wertschöpfungsketten, die Kartierung von Klimarisiken in 17 der 22 Gemeinden des Landes sowie digitale Plattformen, die die Diaspora mit lokalen Projekten in den Bereichen Gesundheit, Bildung und Unternehmertum verbinden sollen.

Nach Angaben von Patrícia Portela de Souza ist das Ziel, eine 100-prozentige finanzielle Umsetzung des Plans zu erreichen. Im Jahr 2025 lag die Umsetzungsrate bei 83 Prozent. Durch innovative Managementmodelle und institutionelle technische Unterstützung sollen die Maßnahmen beschleunigt und auch die entlegensten Gemeinden des Archipels erreicht werden.

Der kapverdische Außenminister José Luís Livramento betonte, dass die Partnerschaft mit dem System der Vereinten Nationen bereits zu bedeutenden Fortschritten geführt habe – unter anderem in den Bereichen Armutsbekämpfung, Zugang zu Bildung, Gesundheitsversorgung, Wasser, Energie, Wohnraum und Ernährungssicherheit.

Der unterzeichnete Arbeitsplan hat ein Gesamtvolumen von 20,3 Millionen US-Dollar (17,55 Millionen Euro), von denen bereits 14,6 Millionen Dollar (12,61 Millionen Euro) mobilisiert wurden. Laut den Verantwortlichen ist er das Ergebnis eines partizipativen Planungsprozesses, an dem staatliche Institutionen, Gemeinden, die Zivilgesellschaft und der Privatsektor beteiligt waren und der auf konkrete Ergebnisse ausgerichtet ist.

 

Quelle: Cabo Verde e ONU assinam plano de 17 milhões em três áreas para maior desenvolvimento