Neues Kraftwerk auf Sal erhöht den Anteil erneuerbarer Energien auf über 40 Prozent

Der Premierminister erklärte gestern auf Sal, dass die Einweihung des neuen Kraftwerks sowie des Batteriespeichersystems einen entscheidenden Schritt zur Stärkung der Stabilität, Sicherheit und Qualität der Stromversorgung angesichts der steigenden Nachfrage darstellt.

Bei der offiziellen Eröffnung der beiden Infrastrukturen betonte Ulisses Correia e Silva, dass die Investitionen Teil des Regierungsprogramms für den Energiesektor seien und klaren Zielen der Energiewende sowie dem Ausbau der Produktionskapazitäten folgten.

Nach Angaben des Regierungschefs ist der Energiebedarf auf der Insel Sal seit 2016 um rund 60 Prozent gestiegen – vor allem durch das Wachstum des Tourismussektors und neue Investitionen in verschiedenen Wirtschaftsbereichen. Dies habe erheblichen Druck auf die bestehenden Kapazitäten ausgeübt.

Vor diesem Hintergrund setze die Regierung auf „strukturelle Lösungen mit mittel- und langfristiger Perspektive“, die effizientere thermische Stromerzeugung mit einem deutlichen Ausbau erneuerbarer Energien kombinieren.

Der Premierminister erinnerte daran, dass Ende 2024 ein Solarpark mit einer Leistung von fünf Megawatt (MW) eingeweiht wurde – ein Projekt im Wert von fünf Millionen Euro. Mit dem nun in Betrieb genommenen Batteriespeichersystem, das rund sechs Millionen Euro kostet, habe sich die Speicherkapazität für erneuerbare Energien auf der Insel versiebenfacht.

„Mit den neuen Anlagen wird der Anteil erneuerbarer Energien auf Sal voraussichtlich über 40 % steigen und damit das nationale Ziel von 35 Prozent für 2026 übertreffen“, betonte er.

Zum neuen Kraftwerk in Palmeira, das rund 30 Millionen Euro kostet, erklärte der Regierungschef, dass die Anlage die bestehende thermische Kapazität verdoppeln, die Betriebskosten senken und mehr Flexibilität bei der Integration hoher Anteile erneuerbarer Energie bieten werde.

„Es ist eine Infrastruktur, die für die Gegenwart und die nahe Zukunft konzipiert wurde – in einem strategisch wichtigen Sektor für die Entwicklung des Landes“, sagte er. Kap Verde strebe an, bis 2030 mehr als 50 Prozent seines Stroms aus erneuerbaren Quellen zu erzeugen und sich bis 2040 der 100-Prozent-Marke zu nähern.

Correia e Silva hob außerdem die wirtschaftlichen und strategischen Vorteile der Energiewende hervor, insbesondere die Verringerung der Abhängigkeit vom Ausland – derzeit werden etwa 80 % der für die Stromerzeugung benötigten Brennstoffe importiert –, eine geringere Anfälligkeit für externe Schocks sowie niedrigere Energiekosten für Unternehmen und Haushalte.

Der Vorstandsvorsitzende des Stromverteilungsunternehmens EDEC, João Spencer, sprach seinerseits von einem „tiefen Gefühl erfüllter Pflicht“ bei der Einweihung des neuen Kraftwerks auf Sal und bezeichnete es als eine entscheidende Infrastruktur für die Gegenwart und Zukunft der Insel sowie des Landes.

Er räumte ein, dass das Projekt mehrere Verwaltungsphasen durchlaufen und technische, rechtliche sowie logistische Herausforderungen gemeistert habe. Dank der Kompetenz und Professionalität der Teams von Electra und EPEC sei die Umsetzung jedoch gelungen.

„Das Kraftwerk bildet eine solide Grundlage, um die Energiewende zu beschleunigen und die notwendige Stabilität für die Integration von mehr Solar- und Windenergie zu gewährleisten“, sagte er.

Auch der Vorstandsvorsitzende von Cabeólica, Bruno Lopes, betonte, dass die Einweihung des Batteriespeichersystems (BESS) auf Sal Teil eines Gesamtinvestitionspakets von rund 60 Millionen Euro sei, das ebenfalls die Inseln Santiago, São Vicente und Boa Vista umfasst.

Das Projekt wurde zunächst von der Africa Finance Corporation (AFC) über eine Zwischenfinanzierung unterstützt und später von der Europäischen Investitionsbank (EIB) sowie der Afrikanischen Entwicklungsbank (AfDB) finanziert. Dieses Modell habe eine rasche Umsetzung bei gleichzeitig hohen technischen und ökologischen Standards ermöglicht.

Auf Sal verfügt das System über eine garantierte Kapazität von 6 MW / 6 MWh und ist Teil einer nationalen Strategie zum Ausbau der Energiespeicherung mit insgesamt 26 MWh.

Mit diesem Projekt stärke Cabeólica seinen Beitrag zur Energiewende weiter und rechne damit, künftig rund 30 Prozent des landesweiten Stroms aus Windenergie zu erzeugen.

Die Einweihung zeige, so Lopes abschließend, dass Cabo Verde in der Lage sei, große Energieprojekte „mit Exzellenz“ zu entwickeln, zu finanzieren und umzusetzen – und damit seinen Weg zu einem nachhaltigeren und widerstandsfähigeren Stromsystem konsequent fortzusetzen.

Quelle: Ilha do Sal: Nova central elétrica e sistema de baterias reforçam capacidade e elevam renováveis acima dos 40%